Sternsinger im Einsatz für Kinder mit Behinderung

Nach den Weihnachtsfeiertagen besuchen die Sternsinger bis zum Dreikönigstag wieder die Familien im Landkreis. Mit dem Kreidezeichen „20*C+M+B*19“ bringen die „Heiligen Drei Könige“ den Segen „Christus segne dieses Haus“ zu den Menschen. Die knapp 1100 Jungen und Mädchen sammeln für Hilfsprojekte zugunsten behinderter Kinder schwerpunktmäßig in Peru.

Die Vorbereitungen der Sternsinger – wie hier in St. Elisabeth in Reutlingen-Sondelfingen - liefen schon länger auf Hochtouren und die Vorfreude stieg: um den Dreikönigstag herum machen sich die Sternsinger auf den Weg. Foto: Monika Toman.

Kaum ist der Stern von Bethlehem aufgegangen, startet die 61. Sternsingeraktion in Deutschland. Die Sternsinger – das sind rund 300.000 Mädchen und Jungen in ganz Deutschland, allein in Baden-Württemberg 50.000, die  rund um den Dreikönigstag am 6. Januar, bei Regen, Schnee oder Kälte in ihrer Gemeinde Menschen besuchen, um Gottes Segen zu den Menschen bringen und Geld für Kinder in Not sammeln. Ihre Gewänder sollen an die Sterndeuter-Könige erinnern, die sich auf den Weg zu der Krippe Jesus gemacht hatten. Im vergangenen Jahr kam durch den Einsatz der Jungen und Mädchen bundesweit eine Summe von 48,8 Millionen Euro zusammen, davon im Kreis Reutlingen über 160.000 Euro. Das Kindermissionswerk, das Kinderhilfswerk der Katholischen Kirche, hatte 1959 mit der Aktion Dreikönigssingen einen alten Brauch, der bis ins Mittelalter zurückreicht, wieder aufgegriffen. Seither wurden eine Milliarde Euro für Projekte in aller Welt gesammelt. 2019, im Jubiläumsjahr der Aktion, wollen die Sternsinger unter dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“ behinderte Kinder in den Entwicklungsländern, schwerpunktmäßig in Peru, unterstützen. Dabei wird die Situation von rund 165 Millionen Kindern mit Behinderung in den Blick genommen, die insbesondere in den Entwicklungsländern in Armut leben und keine gesellschaftliche Teilhabe haben. Mit den Spendengeldern sollen die Familien betroffener Kinder bei ihren Gesundheits- und Betreuungsausgaben unterstützt und die notwendigen Voraussetzungen geschafft werden, dass Schulen und Freizeitaktivitäten für Kinder mit Behinderung uneingeschränkt zugänglich sind.

Auch im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten werden sich wieder an die 1.100 Kinder und Jugendliche in den Kirchengemeinden auf den Weg machen. Bis dahin werden Texte gelernt, Lieder geübt oder -wie hier in St. Elisabeth in Reutlingen-Sondelfingen - die neuen Gewänder anprobiert.

Um den 6. Januar herum besuchen sie die Familien, die in den Pfarrbüros um einen Besuch gebeten haben. Als Zeichen werden sie den Segen mit gesegneter Kreide über die Türen schreiben: 20*C+M+B+19. Das aktuelle Jahr steht getrennt am Anfang und am Ende. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. In manchen Gemeinden wurden die Sternsinger nach einem Gottesdienst entsandt, in anderen Gemeinden geschieht das erst in der ersten Januar-Woche. Wer bei den Sternsingern mitmachen oder sie zu Hause empfangen möchte, meldet sich am besten im katholischen Pfarramt seiner Kirchengemeinde. (mto/tmü)