Eingeladen zum „Tisch des Herrn“

Knapp 500 Kinder im Dekanat bereiten sich auf ihre Erstkommunion vor. Mit der Einladung zum „Tisch des Herrn“ dürfen sie die Eucharistie in vollem Umfang mitfeiern. Für die meisten Kinder findet ihr Festtag am Weißen Sonntag oder an den folgenden Wochenenden statt; dagegen müssen sich die Kinder in der Reutlinger St. Wolfgangs-Gemeinde und in Eningen bis nach Christi Himmelfahrt gedulden.

Ein gutes Vierteljahr dauert die Vorbereitung auf das Fest der Erstkommunion. In spielerischer, kreativer und meditativer Form machen die 9-Jährigen sich mit dem christlichen Glaubens vertraut, entwickeln ein Gespür für religiöse Symbole, Handlungen und Erfahrungen. Sie lernen Leben und Botschaft Jesu sowie seine Bedeutung für ihr eigenes Leben kennen. Zugleich werden sie in das Glaubensleben eines katholischen Christen eingeführt. In der Erstbeichte, meist als „Versöhnungsfest“ gestaltet, machen die Kinder die Erfahrung, wie befreiend Vergebung wirken kann. Schließlich lernen sie die Feier der Eucharistie kennen, ihre Zeichen und Symbole sowie den Ablauf des Gottesdienstes.

Immer mehr werden die Eltern in die Erstkommunion-Katechese einbezogen, indem sie die Gruppenstunden durchführen. So werden in den Elterntreffen nicht nur die Gruppenstunden vorbnereitet, sondern zunehmend Fragen des eigenen Glaubens angesprochen. Damit werden die Eltern selbst in die Lage versetzt, die Vorbereitung ihrer Kinder zu übernehmen und religiöse Themen in der Erziehung mit zu berücksichtigen.

Nach Ostern werden die 500 Kinder erstmals die Kommunion empfangen: Im einheitlichen liturgischen Gewand oder im traditionellen weißen Kleid oder Anzug ziehen sie feierlich in die Kirche ein. In den Dörfern auf der Schwäbischen Alb werden die Mädchen und Jungen nach alter Tradition von der Musikkapelle zur Kirche geleitet. Dort stehen sie dann im Mittelpunkt der besonders gestalteten Messfeier, in der sie zum erstenmal zum „Tisch des Herrn“ geladen sind.

Da ein Priester mehrere Kirchengemeinden zu betreuen hat, müssen die Erstkommunion-Gottesdienste über mehrere Sonntage in der Osterzeit verteilt werden. So wird der aus der Urkirche herrührende „Weiße Sonntag“ für die Kinder in Unterhausen bereits am Ostermontag gefeiert, während sich die Kinder der St. Wolfgangs-Gemeinde Reutlingen und in Eningen bis nach Christi Himmelfahrt gedulden müssen.