Sternsinger wieder im Einsatz - aber ohne Unterstützung läuft nix!

Nach den Weihnachtsfeiertagen besuchen die Sternsinger bis zum Dreikönigstag wieder Familien, Einrichtungen und viele Menschen im gesamten Landkreis. Mit dem Kreidezeichen „20*C+M+B*20“ bringen die „Heiligen Drei Könige“ den Segen „Christus segne dieses Haus“ in die Häuser. Die knapp 1100 Jungen und Mädchen sammeln für Hilfsprojekte zugunsten von Kindern in Flüchtlingslagern im Libanon. Ohne Unterstützung läuft jedoch nix ....

„Frieden im Libanon und weltweit“ heißt der Titel der kommenden Sternsingeraktion. Auch in der ersten Januarwoche 2020 werden Kinder, als Heilige Drei Könige verkleidet, an den Haustüren klingeln, den Segen auf die Türen schreiben und Geld für Kinder in den Flüchtlingslagern im Libanon Geld sammeln. Damit die Aktion überhaupt laufen kann, braucht sie Unterstützer, Helfer und Koordinatoren vor Ort. Eine davon ist Bettina Engel-Neumann in Pliezhausen. Seit fünf Jahren organisiert sie die Aktion in der Teilgemeinde von St. Franziskus. Sie steht stellvertretend für die Helfer und Unterstützer in vielen anderen katholischen Kirchengemeinden.

„Ich war selbst Sternsinger und es hat mir immer Spaß gemacht“, sagt die dreifache Mutter über ihre Motivation, sich ehrenamtlich beim Dreikönigssingen zu engagieren. 2016 ist sie kurz entschlossen eingesprungen, als es an einer zweiten Organisatorin für Pliezhausen gefehlt hatte. Mittlerweile organisiert sie die Aktion für Pliezhausen alleine und hat sich gut strukturiert. ToDo-Liste, Zeitplan und Werbeflyer liegen seit Ende Oktober bereit. Jede der sechs Gruppen bekommt einen speziellen Laufplan, in der ihre zu bearbeitenden Straßen rot eingezeichnet und die Notfallnummern auf der Rückseite stehen. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden, wo die Sternsinger auf Bestellung nach Hause kommen, ziehen die Kinder noch durch die Straßen. „Einige Straßenzüge müssen wir auslassen, weil es nicht genügend Kinder gibt, die mitmachen. Teilweise ist es auch für die Kinder frustrierend, vor verschlossenen oder schnell geschlossenen Türen zu stehen“, berichtet die Koordinatorin von den Erfahrungen. Begleitet wird jede Gruppe von ein bis zwei Jugendlichen, die für ihren Einsatz einen Sozialstundennachweis als Ansporn erhalten. Wie so oft sind es die vielen Details, die bedacht werden müssen. Wer hilft in der Aufwärmstation, wer kocht das Abendessen? Wer hilft beim Aufräumen. Der Gemeindebus muss für Bring- und Abholfahrten reserviert, und die Dankeschön-Geschenke dürfen auch nicht vergessen werden. „Dass nur zwei Tage gelaufen werde, täusche über den eigentlichen Arbeitsaufwand hinweg. Der Nachgang zieht sich oft bis Februar hin, bis auch das letzte Gewand gesichtet und ausgebessert in Kisten weggeräumt ist.

Als besonders hilfreich empfindet die Ehrenamtlerin die Treffen mit den Sternsinger-Verantwortlichen aus den anderen Teilgemeinden. Werbeflyer, Termine, Segen, Lieder und Bastelaktionen werden gemeinsam abgestimmt, um Dopplungen zu vermeiden. Etwa 25 Kinder und Jugendliche werden 2020 an zwei Nachmittagen in Pliezhausen unterwegs sein. Schon im November rührt Bettina Engel-Neumann in Schulen und Jugendgruppen die Werbetrommel für die Aktion. „Mitmachen darf jeder, egal welcher Konfession.“ Während sich viele Kinder schnell begeistern ließen, seien es eher die Eltern, die zögerlich reagierten. „Viele möchten sich für die Weihnachtsferien noch nicht festlegen“.

Ihr ehrenamtliches Engagement nur auf einen reibungslosen Ablauf zu reduzieren, wäre zu kurz gegriffen. Auch die inhaltliche Vorbereitung der Vortreffen und des Abschluss-Gottesdiensten liegen Engel-Neumann am Herzen. Schließlich sollten die Kinder wissen, warum und für wen sie das Geld sammeln. Noch überlegen die Sternsinger-Verantwortlichen der Gesamtgemeinde, wie der Gemeindesaal dekoriert werden kann, wie die Kinder in den Gottesdienst eingebunden werden können und wie das Friedensthema eindrücklich und nachhaltig rübergebracht werden kann.  

Auch im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten werden sich wieder an die 1.100 Kinder und Jugendliche in den Kirchengemeinden auf den Weg machen. In den Weihnachtsferien, um den 6. Januar herum besuchen sie die Familien, Einrichtungen und alle Personen, die in den Pfarrbüros um einen Besuch gebeten haben. Als Zeichen werden sie den Segen mit gesegneter Kreide über die Türen schreiben: 20*C+M+B*20. Das aktuelle Jahr steht getrennt am Anfang und am Ende. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus. In manchen Gemeinden wurden die Sternsinger nach einem (Weihnachts-)Gottesdienst entsandt, in anderen Gemeinden geschieht das erst in der ersten Januar-Woche.

Wer bei den Sternsingern mitmachen oder sie zu Hause empfangen möchte, meldet sich am besten im katholischen Pfarramt/Pfarrbüro seiner Kirchengemeinde.

(mto/CD)