Wie sieht’s aus mit der Kirchenentwicklung?

Dekanatsrat des katholischen Dekanats Reutlingen-Zwiefalten beschäftigt sich in seiner Herbstsitzung mit den Themen Jugendpastoral, Pastoralprozess „Kirche am Ort“, KGR-Wahl, neue Dekanatsordnung und Profilstellen im Dekanat

Foto: Clemens Dietz/Dekanat

In herbstlichem Ambiente begrüßte der katholische Dekan Hermann Friedl die Mitglieder des Dekanatsrates und Delegierte aus den Kirchengemeinden und Seelsorgeeinheiten, Einrichtungen und Verbänden des Dekanats Reutlingen-Zwiefalten.
Ein besonderes Willkommen erging an seinen „Amtsbruder“ im evangelischen Kirchenbezirk, Dekan Marcus Keinath, der in seinem „Ökumenischen Impuls“ auf die gemeinsamen Herausforderungen beider Kirchen bei der bevorstehenden Kirchenwahl und Kirchengemeinderats (KGR-)Wahl hinwies. Hier leitete er die Anwesenden in seinen Gedanken auf die Mehrdeutigkeit von Warten und Erwarten hin, auf den besonderen „Wartungs-Dienst“ aller Mitglieder innerhalb der christlichen Gemeinden und auf die bevorstehende große „Warte-Zeit“ des Advents, die schließlich die Menschwerdung Jesu Christi zum Ziel hat.
Als neuer Geschäftsführer und Dekanatsreferent wurde Clemens Dietz in seinem ersten Organisieren und Vorbereiten dieser Sitzung begrüßt und für seine neue Arbeit ermutigt. Durch die gut gefüllte Tagesordnung moderierte die stellvertretende Gewählte Vorsitzende, Carmen Knupfer.
Über den Stand der Beratungen zur Verlängerung des Mietvertrags Jugendhaus Schloss Einsiedel mit der Hofkammer des Hauses Württemberg eröffnete Geschäftsführer Thorsten Kemmler die Berichte. Dekanatsjugendseelsorger Pedro Martins warb bei den Delegierten für eine ideelle und finanzielle Unterstützung von „Ich.Gott.Leben² - reloaded“, einem nachhaltigen Event-Angebot der Jugendseelsorge. Dekan Hermann Friedl stellte die Terminplanung des Dekanats für 2020, mit einer besonderen Einladung zur Dekanatswallfahrt am 17.05.2020.
Mit der Frage „Wie sieht’s aus mit der Kirchenentwicklung?“ leitete Dekanatsreferent Dietz den Abschlussbericht zum Pastoralen Entwicklungsprozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ (KiamO), der in 2015 begonnen hatte und der in allen neun Seelsorgeeinheiten des Dekanats bis spätestens Sommer 2020 beendet sein wird. Bei fünf Seelsorgeeinheiten ist der Zieleinlauf mit Abschlussbericht, Pfarramtsvisitation und Gottesdienst durch die Dekane bereits erfolgt, die übrigen befinden sich auf der Zielgeraden. Als Fazit wurde festgestellt, dass die Prozesse zur Kirchenentwicklung die Veränderungen vor Ort aufgenommen haben und einiges in Bewegung gekommen ist. Festgestellt wurde ebenfalls, dass es viel Kräfte bei allen Beteiligten erforderte, die Ehrenamtliche nur noch bedingt leisten können, bei gleichzeitig zurückgehender Versorgung mit pastoralen Personal. „Es war gut, dass wir mit unseren Sorgen und Perspektiven gehört wurden“, meldete ein Dekanatsrat zurück ins Plenum, „aber die brennenden Probleme der Kirche wie Ökumene, Umgang mit Missbrauch, Priestermangel und Zölibat und Zulassung von Frauen zum kirchlichen Amt werden immer dringlicher.“ Daher wird Kirchenentwicklung im Dekanat immer weitergehen müssen – mit einer nachhaltigen und kontinuierlichen Begleitung der einzelnen Gemeinde.
Mit einer wiederholten Werbung zur aktiven Teilnahme an der Wahl der Kirchengemeinderäte am
22. März 2020 wurde der Stand zur Neufassung einer neuen Dekanatsordnung (DekO)
bekanntgegeben. Ebenso beschlossen die Dekanatsräte einstimmig die Zusammensetzung des neuen
Dekanatsrates, der sich am 01. Juli 2020 für die nächsten fünf Jahre neu konstituieren wird: Hier
sollen in bewährter Weise weiterhin je ein Vertreter aus den Kirchengemeinden, ein Jugendvertreter,
zwei Vertreter der katholischen Verbände und Organisationen und Vertreter aus den Bereichen
Jugendseelsorge, Familienpastoral und aus dem Kuratorium Jugendhaus Schloss Einsiedel
stimmberechtigt mitwirken.
Dekan Friedl informierte über die Umsetzung der Integrierten Stellenplanung der Diözese
Rottenburg-Stuttgart und der damit geplanten verbundenen Einrichtung von „Profilstellen Dekanat“,
in den Bereichen Cityseelsorge und Begleitung der Kirchengemeinden zur Fortführung der
Kirchenentwicklung.
Abschließend gab es informative Eindrücke aus dem Diözesanrat von Christoph Zimmermann, der
dort die Anliegen des Dekanats vertritt. Deutlich mahnte er die notwendigen Entscheidungen der
Diözese im Umgang mit den Folgen von sexuellem und spirituellem Missbrauch an und forderte zu
einem konsequenten Umsetzen des Synodalen Weges der Kirche auf allen Ebenen – auch hier in den
Kirchengemeinden am Ort und im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten auf.
Mit einem Segenswort dankte Dekan Friedl für die Bearbeitung der umfangreichen Tagesordnung
und bat alle, bei den kommenden Herausforderungen und Themen des Dekanatsrates mutig und
engagiert mitzuwirken.
Clemens Dietz / Dekanatsreferent