Trotz Corona-Krise: Eingeladen zum "Tisch des Herrn"

Über 450 Kinder im Landkreis Reutlingen bereiteten sich in diesem Frühjahr auf ihre Erstkommunion vor. Eigentlich findet ihr Festtag am Weißen Sonntag oder an den folgenden Wochenenden im April und Mai statt; aber wegen der Corona-Pandemie mussten die Kommunionfeiern bis jetzt ausfallen. Nach der Sommerpause finden in den meisten Kirchengemeinden diese besonderen Gottesdienste –unter den geltenden Schutz- und Hygienevorschriften- nun statt. In Bad Urach und Dettingen/Erms finden sie jedoch erst im kommenden Jahr 2021 statt

Ein gutes Vierteljahr dauert die Vorbereitung auf das Fest der Erstkommunion. In spielerischer, kreativer und meditativer Form machen die 9- bis 11-Jährigen sich mit dem christlichen Glauben vertraut, entwickeln ein Gespür für religiöse Symbole, Handlungen und Erfahrungen. Sie lernen Leben und Botschaft Jesu sowie seine Bedeutung für ihr eigenes Leben kennen. Zugleich werden sie in das Glaubensleben der katholischen Christinnen und Christen in der Kirchengemeinde eingeführt. In der Erstbeichte, meist als „Versöhnungsfest“ gestaltet, machen die Kinder die Erfahrung, wie befreiend Umkehr und Vergebung wirken können. Schließlich lernen sie die Feier der Eucharistie kennen, ihre Zeichen und Symbole sowie den Ablauf des Gottesdienstes.

Meistens führen die Eltern im Rahmen der Erstkommunion-Katechese die Gruppenstunden durch. So werden in den Elterntreffen nicht nur die Gruppenstunden vorbereitet, sondern zunehmend Fragen des eigenen Glaubens angesprochen. Begleitet vom Pfarrer oder weiteren pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt es Räume zur Begegnung und Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben in der katholischen Gemeinschaft. So ist es den Eltern selbst möglich, die Vorbereitung ihrer Kinder zu übernehmen und religiöse Themen in der Erziehung mit zu berücksichtigen und sich gemeinsam als Familie in der kirchlichen Gemeinschaft zu erleben.

Aber in diesem Jahr ist alles anders: Wegen der Corona-Pandemie mussten die feierlichen Kommunionfeiern zwischen Ostern und Pfingsten ausfallen.

Jetzt finden die Gottesdienste nach und nach statt: In kleinen Gruppen, je nach örtlicher Gegebenheit und bedingt durch die Platzbeschränkungen in den einzelnen Kirchengebäuden, unter Berücksichtigung der geltenden Hygiene- und Schutzbestimmungen – sowie mit Abstandsregelung und Mund-Nasen-Bedeckung, aber dennoch in festlichen Gewändern – und nicht weniger feierlich!

Die Erstkommunionkinder stehen im Mittelpunkt der besonders gestalteten Messfeier, in der sie zum ersten Mal zum „Tisch des Herrn“ geladen sind.

Die meisten der Verantwortlichen, vor allem aber die Kinder und ihre Familien haben sich nun mit der neuen Situation arrangiert: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – und jetzt ist es für die Kinder und ihre Familien auch viel persönlicher. Das Fest findet dieses Jahr im Herbst statt, so ist es mit Abstand am besten“, vermeldete eine Pastoralreferentin neulich im Gottesdienst einer Reutlinger Kirchengemeinde die neuen Gottesdiensttermine der Erstkommunionfeiern.

Weitere Informationen zu den Erstkommunion-Gottesdiensten gibt es bei den jeweiligen Pfarrämtern der Kirchengemeinden im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten.

Clemens Dietz, Dekanatsreferent