Aktion Hoffnung

Die Aktion Hoffnung ...

... steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kleiderspenden.
Die Aktion Hoffnung lässt die gesammelten Kleider ausschließlich von einem zertifizierten Sortierbetrieb in Langenenslingen, nahe Riedlingen sortieren. Dieser Betrieb hat sich wie die Aktion Hoffnung den strengen Kriterien des Dachverbands FairWertung angeschlossen und garantiert eine verantwortungsvolle Weiterverwertung. Was aus qualitativen Gründen nicht in den Handel gehen kann, wird einem teilweise hochtechnologischen Recycling zugeführt. Aus den Fasern und Stoffen nicht mehr tragbarer Kleidung werden Malervliese, Dämmmaterialien oder Teile für die Automobilindustrie gefertigt. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass mit den der Aktion Hoffnung anvertrauten Kleiderspenden bis zum Ende der textilen Kette verantwortungsbewusst und sinnvoll gearbeitet wird.

... stärkt Entwicklung. 
Mit den Erlösen aus den Kleidersammlungen unterstützt die Aktion Hoffnung Eine-Welt-Projekte ihrer katholischen Mitgliedsorganisationen, von Kirchengemeinden und Partnern. Das sind zum einen langfristig angelegte Entwicklungsprojekte von Verbänden in benachteiligten Ländern des Südens. Ein Beispiel ist das landwirtschaftliches Unterstützungs- und Vernetzungsprojekt des VKL und ihrer Partner in Uganda. Zum anderen werden Begegnungen von Partnerorganisationen gefördert, wie zum Beispiel der Austausch von jungen Männern und Frauen von der Kolpingjugend Paraguay mit der aus Rottenburg-Stuttgart. Schließlich ermöglicht die Aktion Hoffnung mit anderen Partnern die Finanzierung von hiesigen Bildungsprojekten mit Bezug zur Einen Welt. Dafür steht beispielhaft die langjährige Aktion „Werde WELTfairÄNDERER“ des BDKJ Rottenburg-Stuttgart. Nicht zuletzt hat die Aktion Hoffnung mit ihrer jährlichen entwicklungspolitischen Gesprächsreihe unter dem Motto: „Die Welt FairBessern – aber wie?“ Akzente in der Debatte zur konkreten Gestaltung einer nachhaltigeren Gesellschaft gesetzt. Die Aktion Hoffnung unterstützt zudem seit vielen Jahren die entwicklungsbezogene Projekt- und Bildungsarbeit in den Dekanaten, die sich an Straßensammlungen beteiligen. Diese bekommen aus den jeweiligen Erlösen ihrer Straßensammlung einen Anteil von 40%, den sie vor Ort für ihre Partnerschaften und Veranstaltungen verwenden können. 

… schont Ressourcen.
Die Produktion von Baumwolle ist extrem aufwändig. Im mittleren Wert werden über 10.000 Liter Wasser und immer noch eine große Menge von Pestiziden für ein Kilogramm Baumwolle aufgewendet. Zudem konkurrieren die Anbauflächen für Baumwolle mehr und mehr mit Flächen für den Anbau von Lebensmitteln. Auch deshalb ist die zunehmende Wegwerfmentalität bei Kleidung mit schwerwiegenden ökologischen und sozialen Folgeschäden verbunden. Vor diesem Hintergrund ist die Sammlung und Weiterverwertung von gebrauchter Kleidung richtig und wichtig. Sie ermöglicht eine längere Lebensdauer der verwendeten Rohstoffe und damit einen schonenden Umgang mit Ressourcen. Dieser Aspekt wird in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen. Die Aktion Hoffnung leistet mit ihrem Anspruch, die Lebensdauer von Textilien zu verlängern, also einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz.

… leistet direkte Nothilfe
Werden die Kleiderspenden der Aktion Hoffnung also in der Regel einer stofflichen Verwertung zugeführt, unterstützt sie immer wieder auch die direkte Hilfe für Menschen in Notlagen. So wurden gemeinsam mit der Sammelzentrale Aktion Hoffnung Laupheim in den letzten Jahren zwei LKW mit insgesamt 50 Tonnen Kleiderspenden für Flüchtlinge in ein Lager im Nordirak versandt, um sie mit dringendst benötigter Winterkleidung auszustatten. Im Herbst 2015 organisierte die Aktion Hoffnung eine diözesanweite Sondersammlung vor allem für Männerkleidung in kleineren und mittleren Größen, die dringend für die ankommenden Flüchtlinge in den Landeserstaufnahmestellen Meßstetten und Ellwangen benötigt wurden. Die Aktion Hoffnung ist darauf vorbereitet, diese direkten Nothilfemaßnahmen auch künftig schnell und unbürokratisch durchzuführen.

Anton Vaas, Vorstand Aktion Hoffnung Stuttgart Rottenburg-Stuttgart e.V.

Altkleidersammlung im Landkreis Reutlingen durch die Aktion Hoffnung e.v.

Altkleidersammlung im Landkreis Reutlingen / im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten – aktuelle Situation

Die Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V. steht, wie viele gemeinnützige Sammelorganisationen, vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Seit 2024 ist der Markt für gebrauchte Textilien massiv unter Druck geraten. Die Qualität der gespendeten Ware sinkt, die Verwertungsmöglichkeiten nehmen ab, während gleichzeitig die Kosten für Logistik, Entsorgung und Energie deutlich steigen. Zudem hat die Vermüllung an vielen Standorten stark zugenommen, was vor Ort für Frust und Ärger gesorgt.

Situation in der Stadt Reutlingen

In der Stadt Reutlingen wurden zum Jahresende 2025 alle Kleidercontainer der Aktion Hoffnung auf öffentlichem Grund abgezogen. Diese Entscheidung war notwendig, da die Technischen Betriebsdienste Reutlingen (TBR) auch weiterhin Stellplatzgebühren erhoben haben und keine Aussicht auf eine kommunal-gemeinnützige Sammlungspartnerschaft mit einer temporären Kompensationszahlung bis hin zur Kostendeckung bestand. Eine gemeinsam erarbeitete Lösung wie in vielen anderen Landkreisen auch hätte die Sammlungsstruktur abgesichert. 

Situation im Landkreis Reutlingen

Im Landkreis Reutlingen wird aktuell versucht, die Sammlung weiterhin aufrechtzuerhalten. Kreisweit stehen noch knapp 30 Container, die weiterhin regelmäßig angefahren und geleert werden.
Gleichzeitig befindet sich die Aktion Hoffnung in Gesprächen mit dem Landratsamt. Ziel ist es, die Sammlung in einer Übergangszeit bis zur Einführung eines Systems der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) ab 2028 finanziell abzusichern.
Eine Garantie für den dauerhaften Fortbestand der Sammlung gibt es derzeit nicht. Sollte keine tragfähige Lösung gefunden werden, wird es schwierig, die Sammlung im Landkreis langfristig fortzuführen.
„Der Rückzug aus der Stadt Reutlingen und die unsichere Situation im Landkreis sind für uns eine äußerst schmerzhafte Entwicklung. Die Altkleidersammlung ist seit Jahrzehnten ein sichtbares Zeichen kirchlicher Solidarität und gelebter Nachhaltigkeit bzw. lokaler Kreislaufwirtschaft. Umso schwerer fällt es, Standorte aufzugeben. Gleichzeitig sind wir als gemeinnütziger Verein verpflichtet, wirtschaftlich verantwortlich zu handeln. Wir hoffen sehr, gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort eine tragfähige Lösung für den Landkreis zu finden.“ (Anton Vaas, Vorstand der Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V.)

Hintergrund

Die Aktion Hoffnung ist eine kirchliche Hilfsorganisation der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Seit über 60 Jahren finanziert sie mit den Erlösen aus Kleidersammlungen nachhaltige Sozialprojekte weltweit sowie Bildungsarbeit im Inland.

Die Altkleidersammlung ist damit sowohl ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft als auch ein Ausdruck weltweiter Solidarität.

Weitere Inforamtionen und Kontakt über: https://www.aktion-hoffnung.org/startseite.html