Von emphatischer Zustimmung zu selektiver Widerständigkeit.

Das evangelische Württemberg 1933 bis 1945 Vortrag zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945

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Als „einseitige und riskante Beziehung ungleicher Partner mit fatalem Ausgang“ wurde die Begegnung von Nationalsozialismus und Protestantismus jüngst von einem der renommiertesten Forscher zu dieser Thematik charakterisiert (Manfred Gailus). Zwischen seiner Einschätzung und der heroischen Erzählung des Kirchenkampfes, die als kirchennahes Geschichtsbild in der unmittelbaren Nachkriegszeit dominierte, liegen Welten.

In dem Vortrag soll versucht werden, unter Berücksichtigung des evangelischen Reutlingens zu einer differenzierten Bewertung der hochkomplexen, widersprüchlichen Geschichte der evangelischen Kirche im Dritten Reich zu gelangen – von der weithin emphatischen Zustimmung des Jahres 1933 bis zur Deutung der eigenen Geschichte nach 1945.

Referent: PD Dr. Norbert Haag, Stuttgart. Der Leiter des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart und Vorsitzender des Vereins für Württembergische Kirchengeschichte trat vielfach mit regionalkirchengeschichtlichen Arbeiten und Einzelstudien zur Kirche in der NS-Zeit hervor.

Veranstalter: Reutlinger Geschichtsverein in Zusammenarbeit mit der Ev. Kirchengemeinde Reutlingen West – Betzingen.